Donnerstag, 1. März 2012

Abgesch(l)ossen

Ich rufe ihn also gestern Abend an, den lieben netten Frank und denke zu Beginn unseres Gesprächs "läuft ja nicht sooo übel". Außerdem muss man ja vielleicht eine gewisse Befangenheit überwinden und kann nicht so munter drauflos plaudern wie mit einem guten Bekannten.

Erst erzählt er mir detailgetreu von seinen beiden Autounfällen innerhalb der letzten 10 Tage und ich höre geduldig zu. Dann bin ich an der Reihe. Er will wissen, wieviele Beziehungen ich hatte, wie die abgelaufen sind und ob ich nun innerlich frei bin für eine neue. Das sind mir zuviele Infos fürs erste Telefonat und so versorge ich ihn nur mit ein paar Eckdaten. Damit gibt er sich zufrieden und nun will er alles loswerden, was er seit seinem 13. Lebensjahr erlebt hat und ich stöhne schon innerlich auf, denn auch das ist mir viel zu viel für den Anfang aber Frankyboy ist nicht zu bremsen.

 Eine schreckliche Erfahrung wird auf die andere gestapelt, es ist öde und deprimierend was er von sich gibt und ich schwanke zwischen Mitleid und Abscheu. Seine Stimme und Ausdrucksweise verändert sich zunehmend, schleppend und linkisch mit langen Pausen zwischen den einzelnen Worten bröckelt seine ganze traurig-einsame Vergangenheit aus seinem Mund. Wenn ihr euch einmal diese "TV-Highlights" Bauer sucht Frau und/oder Schwiegertochter gesucht angetan habt, dann habt ihr eine Vorstellung von seiner Art und seinen Kommunikationsmöglichkeiten.

Inzwischen bin ich so brechend müde von seinem Geschwafel, dass ich das Telefonat beenden möchte. Er will aber unbedingt noch ein Zugeständnis abgeben und erklärt, dass er bereit wäre, für die Dame seines Herzens auf die Dauerkarte bei seinem Lieblingsfußballverein zu verzichten, so es sie denn stören würde. Da werde ich wieder etwas wach und frage ihn, ob er denn große Freude hätte an den regelmäßigen Stadionbesuchen und er bejaht das mit diesmal recht lebhafter  Stimme. Und warum, um alles in der Welt willst du dann darauf verzichten?, hake ich nach, obwohl ich mir seine Beweggründe schon denken kann. Er wisse es auch nicht so recht, stammelt er, aber er wolle alles tun, damit die nächste Beziehung gelingt und bis ins hohe Alter hält.

Oje, ich wünsche ihm Glück, wirklich, denn er ist ein bedauernswertes Würstchen. Aber ich vermute, dass dieser Wunsch sich nicht erfüllen wird. Vielleicht sollte ich mal "zum RTL" schreiben und eine neue Sendung vorschlagen: Schwiegersohn verzweifelt gesucht.
Frank melde ich dann gleich als erstes an. Denn was bleibt sonst? Die Gummisusi?

 

6 Kommentare:

Emely N hat gesagt…

Oh man, wenn Du schreibst, klingt es manchmal wie aus meinem (Gefühls)Leben. :-D
Es ist irgendwie traurig, aber es beruhigt mich, denn da wird mir wieder klar: ICH BIN NICHT ALLEIN :-D

Irgendwann WERDEN WIR ZWEI AUCH GEFUNDEN !!!!!!

Liebe Grüße aus Hamburg,
Emely N

Pepper hat gesagt…

Oh Emely, das ist mal so was von sicher wie nur was:)))

Lilly hat gesagt…

"Gummisusi" .... Sie enttäuschen mich, Frau Pepper! ;-)*

*ggg*

Lilly hat gesagt…

Kommste mal zu mir rübber? ;-)

Hab da was für dich...

Lady Crooks hat gesagt…

Siehst Du?
Thema abgehakt. Jetzt musst Du Dir keine Gedanken mehr machen, ob Frank oder Bruno. Frank ist aus dem Rennen und Du kannst Bruno auf den Zahn fühlen.
Danach hat Du dann ein offenes Auge für Mr Right.
Ich weile übrigens auch niemand der sein liebstes “Hobby “für mich aufgibt. Sowas geht grundsätzlich und immer schief...

Pepper hat gesagt…

@ lilly: wie kann ich das je wieder gutmachen? :))

@ crooks: genau, jetzt nehm ich mir den Bruno zur Brust:)))