Mittwoch, 22. Dezember 2010
Generationenwechsel
In diesem Jahr übernehme ich zum ersten Mal das Ruder am Heiligen Abend:)
All die vielen Jahre zuvor hatten wir ein relativ festgefügtes Schema, nach dem wir die Feierlichkeiten abarbeiteten. Das sah dann so aus: Heiligabend in ganz kleiner intimer Familienrunde mit irgendeiner schnell zu bereiteten Nichtigkeit an Mahlzeit. Essen am heiligen Abend nahm nur eine sehr untergeordnete Rolle ein. Damit waren wir alle immer hoch zufrieden.
Am 1. Weihnachtstag waren meine Eltern dran. Das volle Programm anfangs, mit Mittagessen, Kaffeetrinken und ein kleines Abendbrot. Ich frage mich manchmal, warum wir so fantasielos waren und den Ablauf nicht ein wenig abgewandelt haben. Tja, andererseits ist meine Mutter eine hervorragende Köchin und zugegebenermaßen wollten wir ungern auf ihre Leckereien verzichten!
Am 2. Weihnachtstag auf zu den Schwiegerelten. Meinerseits mit erheblich weniger Vorfreude und Enthusiasmus, denn erstens konnte meine Schwiegermutter einem zwar die Hölle auf Erden bereiten, war aber kochtechnisch gesehen ziemlich zurückgeblieben. Dennoch haben wir braven Kinder samt Enkelkind die gesamte "Nahrungskette" auch hier absolviert.
Um dann erstmal bis Silvester in eine Fastenstarre zu verfallen:)))
Nach der Scheidung hörte dieser ganze Weihnachtsesszirkus für mich auf, nicht von heute auf morgen, denn den 1. Feiertag verbrachte ich in der Regel immer noch bei meinen Eltern, aber so peu à peu wurden die Schlemmerorgien eingestellt.
So, und dieses Jahr nun hab ich den Verpflegungsstab an mich gerissen :)) Nachdem der Alte verkündet hat, er wolle Heiligabend in einer Gaststätte speisen (ein absolutes No-Go für mich) und meiner Mutter der ganze Aufwand nicht mehr zuzumuten ist, versuche ich mich als Weihnachtsgourmet.
Für den Anfang habe ich ein kleines 3-Gänge-Menü zusammengestellt, das ich gut vorbereiten kann und was -hoffentlich- den von mir ersehnten Gelingfaktor gleich mit eingebaut hat.
Vorspeise: Forellensahnecreme auf Toast an Ackersalat
Hauptspeise: Rehrücken mit Apfelrotkraut und Pfifferlingsklößen
Nachspeise: Panna cotta an frischem Beerenmus
Ich bin ehrlich gespannt, ob ich das alles in der gewünschten Gelassenheit, nein, Coolness zaubern kann. Wenn es dann der Familie noch schmeckt und der Abend ohne größere Streitigkeiten (die sind beim Alten und mir ja stets zu befürchten) über die Bühne geht, dann bin ich nicht nur fröhlich sondern selig :))))))
Euch allen eine fröhliche, schöne Weihnachtszeit!
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4 Kommentare:
wenn du nicht so arg weit weg wohnen würdest, würde ich jetzt nur fragen wann ich da sein soll! das hört sich alles unheimlich gut an!
Echt, am liebsten würde ich dich abholen! Der Alte stresst schon wieder bevor überhaupt alles angefangen hat und ich lauf hier in der Wohnung rum und schieb ne Megaader!!!
Lässt der doch meine Mutter heute Abend hier anrufen und mir mitteilen, dass wir die Planung, die genau abgezirkelt ist, mal abändern sollen, weil es Ihro Gnaden besser in den Kram passt. Es geht dabei letztlich nur um eine halbe Stunde!!!
Und während ich mit meiner Mutter rede, höre ich ihn im HIntergrund seine Kommentare rauslassen. Man muss wissen, es wird immer nur + ausschließlich mit der "Mithören" Taste am Telefon telefoniert. Damit der Alte im Bilde ist, was da so gequatscht wird *Augenverdreh*
Weiß jemand zufällig, wie ich in das Stück, das er verzehren wird, eine Prise Arsen deponieren kann????
och menno, da freut man sich auf ruhige tage, gibt sich mühe - und dann sowas! ich würde das arsen in der nett portionierten vorspeise deponieren, dann hast du den rest des menüs ruhe ;-)
Oje, das klingt nach nicht so entspannter Weihnacht. Hoffe, es war besser, als dein letzter Kommentar andeutete. LG mayarosa
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