Donnerstag, 13. Januar 2011
Genetik
Ich glaube, ich habe seltsame Gene. Zwei davon machen mir das Leben besonders schwer oder soll ich lieber sagen, stellen mir immer wieder ein Bein?
Hm, ich weiß auch nicht so recht, aber das Perfide an den Genen ist ja, dass man nix daran ändern kann. Zum Beispiel die Augenfarbe, die Körpergröße, das Schlechteinparkenabergutzuhörenkönnen, die extrem ausgebildete Affinität zu Lederwaren undsoweiterundsofort. Alles Dinge, die an einem kleben wie die Kletten.
Dem bin ich doch total ausgeliefert!
Naja, ok, es gibt schlimmeres. Wie die anderen beiden Gene, die mich so richtig nerven.
Nummer 1 der beiden Plagegeister ist das Kümmer-Gen. Ich kenne es in- und auswendig, von oben bis unten, spätestens seit ich Mutter bin, ist es vollends ausgeprägt. Inzwischen springt es nicht nur bei den Menschen an, denen ich mal das Leben geschenkt habe, nein, es reagiert auch auf andere, mir nicht so nahestehende Personen. Es lauert ähnlich einem Herpesvirenstamm in meinem Rückenmark und wartet auf eine passende - meistens aber eher unpassende - Gelegenheit sich explosionsartig zu verströmen.
Und veranlasst mich, ungefragt tausend Dinge zu tun, die es meinem Gegenüber ermöglichen, ein etwas angenehmeres Leben zu haben. Es ist zum Teil so, dass ich mich während meiner fürsorglichen Handlungen selbst beobachte und mich frage, was zur Hölle ich da eigentlich schon wieder treibe. Ich mache dennoch weiter, beinah zwanghaft und finde die Tür mit der Aufschrift "exit" einfach nicht.
Nummer 2 steht dem in Nichts nach. Ich habe sogar den leisen Verdacht, es arbeitet mit Nummer 1 heimlich Hand in Hand, hinter meinem Rücken, dieses üble Artigkeit- oder Gefallsuchtsgen. Dieses kleine Miststück ist mir jedes Mal im Weg, wenn ich ansetze, meine Wünsche und Bedürfnisse klar und unmissverständlich zu äußern.
Denn kaum ist das Gesagte über meine Lippen und mein Gegenüber zeigt offen sein Mißfallen, Unmut, Zorn, Unbehagen oder dergleichen, fühle ich mich unwohl in meiner Haut und möchte am liebsten den Rückzug antreten. Ja, ich will natürlich meine Belange vortragen, vertreten. Aber der andere soll nicht sauer sein deswegen, ich will ihm/ihr diese schlechten Gefühle nicht zumuten, sie sollen sich nicht doof fühlen meinetwegen.
Nur in Momenten großer Wut ist es mir schnurzpiepegal, welche Gefühle meine Worte und Handlungen beim anderen auslösen. Der Katzenjammer kommt mit einiger Verzögerung, dann, wenn die Wut verflogen ist :/
Meine winzige Hoffnung ist, dass ich mich täusche, und diese Fehlfunktionen womöglich gar nicht auf meiner Doppelhelix hopsen, sondern -durch was auch immer- noch nachjustiert werden können. Nur wodurch? Irgendeiner hier, der eine Idee hat. Die Ahnung einer Idee vielleicht?
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

4 Kommentare:
nanu? nun auch noch dieselben gene bei den ppg's????
*hinsetzt* *aufgutetippswartet* *seufz*
doofe ppg-gene! :-)
Herrje, das hört sich nicht nach PPG an, sondern eher nach den 4 Püdelchen der Jacob Sisters!
Ihr irrt euch, ganz bestimmt!!! *verzweifeltumsichschaut*
Liebe Pepper,
ich habe ein breites Grinsen auf den Lippen, weil, ja weil, das hast du sehr schön formuliert. Das mit den Augen sind die Gene, meinetwegen auch die Lederphilie. Aber die Kümmerin und Gefallerin, das ist Erziehung. Mädchen sollen brav sein und gefallen. That's it. Dabei ist es ganz normal, dass die eigenen Wünsche anderen auch mal gar nicht gefallen. Und schon ist der Konflikt da. Hiiilllfee. Da hilft nur: Den Unmut anderer aushalten lernen. Solange man höflich und sachlich bleibt bei seiner Wunschäußerung verfliegt der Unmut der anderen meist rasch. Denn auch sie sind nur Opfer ihres Selbst. Das Leben ist ein permanenter Ausgleich zwischen allem Möglichen (und manchmal auch Unmöglichem). LG mayarosa
Kommentar veröffentlichen