Freitag, 28. Januar 2011

In the mood



Und was für eine!!!!!! Ich schiebe schlechte Laune und rate jedem mir aus dem Weg zu gehen, denn diese üble Laune ist auf der Suche nach einem Blitzableiter. Mir kam der Gedanke, dass es gut sein könnte ein paar Kübel dieses stinkenden Gemütszustandes hier abzuladen. Vielleicht gehts mir danach besser oder ich hab eine Idee, was das verursacht hat. Können ja nicht nur die Hormone sein, wenn die überhaupt was damit zu tun haben  *schiefgrins*

Wo fange ich am besten an? Vielleicht da, wo sich die ersten "Zuckungen" bemerkbar machten. Bei den Momenten, in denen ich dachte "Nö, dass passt mir eigentlich nicht, ich will das nicht, wie komm ich aus dieser Nummer wieder raus"

Hm, am Sonntag, da bin ich abserviert worden, weil ich keine klare Ansage gemacht habe. Weil ich großzügig erscheinen wollte aber insgeheim gehofft habe, der andere regelt es in meinem Sinne. Als es dann in seinem Sinne geregelt wurde, war ich stinkig und voller Wut auf mich selbst. Tja, selbst schuldig, wenn man zu zu zu.........harmoniesüchtig ist, um eigene Belange auch gegen Widerstände zu vertreten. Wann endlich krieg ich dieses "Goldmarie-Gehabe" aus meinem Gedanken- und Verhaltensrepertoire? Ihr wisst schon, dieses "Also wenn ich immer alles mache, was von mir verlangt wird (Brot aus`m Ofen, Betten aufschütteln, Sonne blankputzen) dann steh ich am Tor und werde über und über mit Gold überschüttet"
Das ist alles bullshit. Ich muss nur schnell auf Pechmarie umsatteln, dann lass ich die Brot verbrennen und die Sonne ungeputzt und freu mich meines Lebens. Die Anderen, die können mich mal. Jawoll!

Am Dienstag hat meine Tochter bei mir übernachtet, es wurden Einzelheiten zum Umzug, der nun morgen stattfindet, besprochen und ich war viel zu spät im Bett. Hab mich da dann auch noch herumgewälzt, weil mir noch einiges durch den Kopf ging. Am nächsten Morgen war ich schon leicht neben der Spur, müde, knöhrig und leicht genervt, weil die Abläufe anders als gewohnt laufen, wenn die Wohnzimmercouch plötzlich mit dem Langschläferkind belegt ist. Das sind alles Pippifaxgründe -weiß ich selbst- und ich schimpf mich schon genug, weil ich aus der Gute-Laune-Bahn falle, nur weil meine eingeschliffenen Gewohnheiten 1x durcheinander kommen.
Und Schuldgefühle, massive Schuldgefühle kommen automatisch in mir hoch, setzen mir zu, zermürben mich, weil ich denke, ich darf so nicht empfinden als Mutter. Ich tu es dennoch und dränge die Schuld in eine dunkle Ecke. Da hockt sie dann und glotzt mit großen aber trüben Augen, wenn ich tagsüber noch den einen und auch den anderen Gefallen für mein Kind erledige, anstatt NEIN zu sagen.

Ich sage nicht nur nicht NEIN, ich mache gleichzeitig ein paar Planungen, wie ich es dem anderen wichtigen Menschen in meinem Leben, der mich abends noch besuchen will, angenehm machen kann. Überlege, wie ich alles manage und unter einen Hut bekomme. Nur ich und mein Befinden passen da nicht mehr drunter! Sogar die Heizung wird seinetwegen hoch gepowert obwohl mir schon die Perlen auf der Stirn stehen. Und was sind seine ersten Worte nach dem Hallo? "Du hast es aber kalt bei dir in der Wohnung". Keine Bemerkung über den gedeckten Tisch, den kleinen Imbiss etc.
Sein Schienbein hat Glück gehabt, dieses Mal.

Der Donnerstag war von vorne bis hinten mit Arbeiten, Hetzen und Kümmern angefüllt. Und ja, dieser Umzug liegt mir im Magen. Ich bin froh, wenn alles vorbei ist. Heute morgen wollte ich eigentlich wieder mit dem Fahrrad fahren, ging aber nicht, denn die Umzugskarton müssen heute Nachmittag zu meiner Kleinen. Dann einkaufen, Kartoffelsalat und Kuchen für die Umzugshelfer fertigstellen undundund. Morgen früh den Mietwagen abholen, die Sachen aus dem 3. Stock in den 3. Stock schleppen und dann hoffentlich am späten Nachmittag nach Hause fahren. Stöhn - ich bin einfach zu alt für diesen Kram!!

Und während ich das hier schreibe, krieg ich - als hätte ich es geahnt - einen auf den Deckel. Warum?? Weil ich mal ne klare Ansage gemacht habe. Weil ich NEIN zu ihm gesagt habe, weil ich gesagt habe, ich habe keine Zeit für dich heute und morgen! Und ich finde, ich habe es sogar nett gesagt:

Hallo L., ich wäre heute bestimmt gerne zu dir gekommen aber ich habe mir das Wochenende schon mit Arbeitsterminen vollgestopft! Dachte, du hast heute + morgen für mich eh keine Zeit :( Morgen war doch geplant, dass du mit deinem Sohn zur Feier gehst. Gibt es da eine Änderung? Dann tut es mir leid, dass du auf das falsche Pferd gesetzt hast. Außerdem hab ich megaschlechte Laune, warum weiß ich nicht, aber es ist wohl besser ich bleib für mich! Wir telefonieren ok? Kuss     

Antwort:

Danke.Megatoll.Bis Montag.

Und genau in diesen Momenten fällt es mir wahnsinnig schwer, hm, sagen wir mal, Haltung zu bewahren. Mich nicht schlecht zu fühlen und gelassen bei meiner Meinung zu bleiben. Es kostet mich richtig Kraft und einiges an Gutem Zureden, damit ich nicht "kippe" und mir sagen kann, dass es schon ok ist, dann muss er eben mal sauer auf mich sein, es ist jetzt halt wie es ist. Basta.
Ich wünschte mir nur, es wäre selbstverständlicher für mich, es stellte kein ewiges Ringen dar. Kann man das schaffen? Gibt es irgendwelche Kniffe, Tricks?
Für sachdienliche Hinweise gibt es zwar keine Belohnung, aber ich wäre euch wirklich dankbar :)

Und zum guten Schluss: 2-3 Kübel Stinkelaune hab ich mir soeben von der Seele geschrieben ;-))   

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