Um es gleich vorweg zu nehmen:
Der Abend fing an wie er endete: total bekackt!
Meinen Parkplatz in bequemer Reichweite zur Buchhandlung musste ich an einen oberdreisten Rentner abtreten, der die Sekunde, in der ich den Rückwärtsgang einlegte, dazu nutzte, in den noch freien Raum zu preschen. Da half mir kein wütendes Schnauben oder das Betätigen meines Mittelfingers, er blieb mit seiner Rostlaube stehen und grinste blöd, während ich eine neue Runde drehen durfte!
Na gut, ich wollte mir den Abend nicht von diesem Knallkopp verderben lassen und setzte einen Haken hinter die Sache. Fand einen Parkplatz und machte mich auf den Weg zum Treffpunkt. Vor der Buchhandlung gleich die nächste Enttäuschung: der Laden entpuppte sich als neonbeleuchtete quadratisch-praktische Bücheraufbewahrungsanstalt, in deren Mitte ein Tisch prangte, lieblos dekoriert, mit einem Sammelsurium an Plastikstühlen. Die Inhaberin eine verkappte Ökotussi, die aus Lust- oder Zeitmangel gleich mehrere Termine in den vergangenen Monaten versäumt zu haben schien, die beim Friseur, beim Zahnarzt und dem Modehaus ihres Vertrauens. Ich will nicht pingelig sein, doch dieses Höchstmaß an Ungepflegheit konnte ich nur schwer ertragen.
Was soll ich sagen, die Veranstaltung verlief so völlig anders als ich es mir erhofft hatte. Ich wühlte mich also allein durchs Sortiment und schnappte mir ein paar Bücher, die mein Interesse erweckten. Ob die nun neu sind, keine Ahniung, liebe Anna. Hier sind meine neuesten Errungenschaften:
Etwas frustriert fuhr ich nach Hause, ließ meinen Gedanken freien Lauf und wunderte mich ein wenig über die Hasen, die links und rechts der mondbeschienenen Landstrasse ihre Haken schlugen, als mir im nächsten Moment einer vor die Stoßstange knallte. Baaaaaah, ein furchtbares Geräusch und ein schreckliches Gefühl dazu! Nie zurvor hab ich ein größeres Lebewesen als eine Mücke ins Nirwana geschickt! Und nun, so kurz vorm Eierfest den Osterhasen persönlich.
Vermutlich hätten sich meine Schuldgefühle in Grenzen gehalten, wenn ich gewusst hätte, dass der Aufprall mein Nummerschild abgerissen und einen Nebelscheinwerfer demoliert hat. Das hab ich erst am nächsten Morgen entdeckt und musste mich nochmal an den Tatort zurück begeben, um mein Autokennzeichen zu suchen. Fünfmal die Landstrasse hoch und runter und dann fand ich es endlich im Grünstreifen. Und nicht nur das, sondern auch die sterblichen Überreste von Meister Lampe, die Pfoten starr und anklagend gen Himmel. Wie kann ich das bloß wieder gut machen? Keine Eier an Ostern? Eine großzügige Spende an den hiesigen Kaninchenzuchtverein?
2 Kommentare:
also ich denke mal der hase war schwer depressiv. jahrelang haben ständig irgendwelche kinder bei seinem anblick "osterhasi" ausgerufen und ihn zum sofortigen legen von bunten eiern aufgefordert. das hält doch der stärkste hase nicht aus.
das war ein suizid, ganz bestimmt! :-( ruhe er in frieden!
Süße, ja genau - so war es !!! Das ich darauf nicht von selbst gekommen bin *mitderHandvordieStirnklatsch*
Spar ich meine Pennies für unser Treffen und lass ne Runde springen ;-)
Kommentar veröffentlichen