Donnerstag, 14. April 2011

Kalter Kaffee

Die Sonne warf schon ihre ersten Sonnenstrahlen durch die Jalousie, als ich ihr den Becher mit heißem Kaffee reichte.

Kaffee für sie und mich. Im Bett. Wann hat es das zuletzt für mich gegeben?
Egal, ein herrliches Gefühl, mit einer von meinen liebsten Freundinnen den Morgen Kaffee schlürfend im Bett zu vergammeln :) Quatschend, lachend, sentimental ein paar Tränchen verdrückend, über all die wichtigen und unwichtigen Dinge unseres vergangenen und gegenwärtigen Lebens.

So lange kennen wir uns schon! Sie war 18 und ich 23 Jahre alt als wir uns das erste Mal in die Augen blickten und uns auf Anhieb mochten. Es hat gehalten, all die Jahre, Stürme, Ereignisse überstanden. Wir sind immer noch hier ;-))

Oft schaffen wir solche Treffen wie gestern und heute nicht mehr. Die Entfernung und unser vollgestopfter Alltag lassen es nicht zu. Aber 2 x im Jahr kriegen wir es hin und dazwischen muss eben die Telefonflat ausgereizt werden. Es ist immer so nah und intensiv zwischen uns, als wenn wir nie getrennt wären.

Der Morgen blieb unerwartet sonnig und warm und wir gönnten uns ein ausgiebiges Frühstück mit Sekt, Lachs und allem Pipapo, bevor sie wieder Richtung NRW rauschte.


Und ich? Ich war etwas leichtsinnig, behielt meinen dünnen Sommerrock an und freute mich auf ein paar Kilometer auf meinem Fahrrad.

Der windgeschützte Balkon ließ sich allerdings nicht im mindesten mit dem Feldweg vergleichen, der mich mit einer sehr schattigen Brise empfing. Innerhalb von 2 Minuten waren meine Beine blaugefroren. Trotzdem konnte ich das ein wenig genießen. Weil es mich erinnerte. An früher, als ich nach einem schier endlosen Winter, endlich, endlich, endlich die  doofen Wollstrumpfhosen gegen Kniestrümpfe tauschen durfte. Ein tolles Gefühl von Freiheit, wenn der kalte Märzwind die Oberschenkel in Eissäulen verwandelte;-) Um keinen Preis der Welt hätte ich die Wollenen wieder hervorgeholt.
 

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