Sonntag, 26. Februar 2012

Späte Erkenntnis

Dass du jemanden liebst, bedeutet nicht, dass du auch gut mit ihm leben kannst

Und damit kann ich endlich das Dilemma erklären, in dem meine Beziehung mit L. seit einigen Jahren steckt. Ich liebe ihn, das ist offensichtlich und seltsam zugleich.
Aber ich halte es nicht aus, länger als 1-2 Tage am Stück mit ihm zusammen zu sein. Das ginge höchstens unter völliger Hintenanstellung meiner Selbst, meiner Wünsche, Bedürfnisse und Träume. Das kann ich aber nicht mehr. Kein Mensch kann das, behaupte ich mal. Nicht auf Dauer und nicht ohne Schaden zu nehmen.
Wobei ich ihm keine Schuld gebe (nicht mehr). Ich habe verstanden, dass er so ist wie er eben ist.
Genauso wie ich eben bin wie ich bin. Und beides ist nicht kompatibel.

Wenn ich nur mal ein ordentliches, reflektiertes Gespräch mit ihm führen könnte, dann würde ich ihm klarmachen können, dass ich auch nicht die Frau bin, die er braucht, die gut für ihn ist. Aber erstens kann ich dieses Gespräch nicht mir ihm führen und zweitens, selbst wenn, wäre er dennoch so bockig und würde darauf beharren, dass wir gut zusammen passen......WÜRDEN, wenn ich mich nur ein wenig änderte. Was nicht geht, denn so sehr ich mich auch anstrenge, ich kann nicht dauernd lieb, unterstützend, wohltemperiert, langmütig und sanft lächelnd durch die Welt stiefeln. Und dabei die unendliche Langeweile seines Alltags in Hometown-Bauernnest ertragen. Deshalb liegt es doch auf der Hand, dass er am besten eine aus seiner Heimat nimmt, wo sich eh 90% all seiner Gespräche um dieses Nest und seine Bewohner drehen. Die restlichen 10% gehören dem Beruf, seiner Familie und den unzähligen Wehwehchen  Krankheiten sowie deren Bekämpfung.

Vielleicht bliebe er am besten auch Single, denn wenn ich es recht bedenke, hat er sich sein Leben so eingerichtet, dass nur eine äußerst bedürfnislose Frau im Stande wäre seinen Alltag zu teilen. Eine wahre Bereitschaft dem Leben eines anderen Menschen ausreichend Raum zu geben, kann ich bei ihm nicht feststellen. Das macht er nicht bösartig, ich glaube sogar, es ist ihm in keinster Weise bewusst, aber nichtsdestotrotz gibt es sehr viele Gegebenheiten, Termine und feste Gepflogenheiten die nicht zur Diskussion stehen, um die Frau eben ihre eigenen Vorstellungen von Zusammensein "herumbauen" muss. Anders gehts nicht.

Ich selber kam mir dann oft so vor wie eine alte Fotographie, die immer mehr verblasst. Bevor nichts mehr übrig ist von mir, verschwinde ich lieber wirklich -trotz aller Liebe-, die, wie ich nun weiß doch nicht alles trägt. 


Keine Kommentare: