Ich hab ihn an der Angel und sehe ihn mit diebischer Freude zappeln. Na gut, nicht immer freue ich mich, da muss ich "dervomlande" recht geben. Manchmal bin ich auch verletzt und traurig über das, was er schreibt. Aber dennoch überwiegt im Moment das berauschende Machtgefühl. Im Grunde ganz schön lächerlich sich wegen dieser kleinen Überlegenheit mächtig zu fühlen, aber so ist es und ich will nix beschönigen.
Er schreibt ellenlange Mails (jedenfalls für seine Verhältnisse) an meinen fake account und palavert darin genauso herum, wie er es immer tut. Manchmal allerdings blitzt ein wenig von seinem Gefühl durch, dann schreibt er, dass ich ihm so vertraut vorkomme (harharhar) und er nicht hoffen wagt, mit mir die richtige und ein neues Glück gefunden zu haben.
Klar doch komme ich ihm vertraut vor, schließlich kenne ich alle Punkte die ich antriggern muss, um ein wohliges Gefühl zu erzeugen. Ich weiß exactement was wichtig ist für ihn und was er aus dem tiefsten Grund seines Herzens verabscheut. Tja, und da komme ich ihm unauffällig aber hochwirksam entgegen :-)) und er fühlt sich soooo verstanden und gut aufgehoben. Endlich eine Frau, die sein Gedankengestrüpp versteht und teilt!
Was mich dann trifft, ist die Anzahl seiner anderen Kontakte. Das hätte ich ihm gar nicht so zugetraut. Er scheint die Hemmung im Umgang mit dem verhassten Internet in Windeseile überwunden zu haben und schreibt jede an, die ihm unter die Augen kommt. Meistens mit immer dem selben Schwachsinnstext: schöne Frau, mir ist dein Profil aufgefallen, ich bin schlank, finanz. unabhängig, blablabla...... Schreibst du mir zurück?
Was einige wenige auch tun. Es sind bisher ausschließlich knappe, dürre, wenig erfolgversprechende Worte, die sie an ihn richten. Also muss er wieder auf die Pirsch gehen :)
Mir, dem fake, hat er schon so ziemlich alles anvertraut, was es aus seinem Leben zu berichten gibt. Langatmige und langweilige Schilderungen über Familie und Bekanntenkreis, seine gescheiterte Ehe, seinen Sohn, dessen neue Freundin, sein Tennis- und Saunaclub.....*gähn*
Nur eins lässt er trotz vorsichtiger Versuche, dieses aus ihm herauszukitzeln, unter den Tisch der guten deutschen Stube fallen: MICH.
Mit keinem Wort werde ich oder ganz abstrakt die Beziehung erwähnt. Er lügt sogar an Stellen darüber, die eigentlich keine Lüge erfordern. So schreibt er, er wäre letztes Jahr 4 Tage auf Sylt gewesen. Ganz allein. Dabei hätte er diese Bemerkung einfach weglassen können. Wen interessiert es denn in diesem Stadium der Bekanntschaft, ob er in Begleitung war?
In einem meiner nächsten Emails werde ich die Schraube mal etwas andrehen und gezielt nach seinen Beziehungen fragen. Mal schauen, ob und wie er sich da herauswindet.
Heute lasse ich dieses Thema erstmal ruhen, tanze in den Mai und freue mich des Lebens;-)

3 Kommentare:
Guten Morgen,
zwar kenne ich nicht die ganze Geschichte, aber ich schließe mich voll und ganz DervomLande an.
Du schadest Dir damit nur selbst.
Ich würde mich schlecht und armselig fühlen, wenn ich so etwas tun würde und nicht die Würde hätte, über der Ablehnung zu stehen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendeinen "normalen" Menschen gibt, dem es über kurz oder lang anders gehen würde.
Verpatzte Beziehungen und Ablehnung anderer Menschen gibt es nun mal im Leben. Das ist nicht schön. Aber es wird noch weniger schön durch solche Aktionen, weil man sich damit letztlich "noch" kleiner fühlt.
Das ist Lebenszeitverschwendung.
Du hast für Dich keinerlei Gewinn davon. Du hast nichts als Verlust.
Der Schmerz dauert länger und länger und länger ..
Ich wünsche Dir, dass Du das sein lassen kannst. Das führt zu nichts Gutem. Es ist zudem eine Straftat, ein Eingriff in die Intimsphäre und ich würde mir überlegen, ob ich jemanden, der so etwas bei mir tut, nicht anzeigen würde, falls ich ihm auf die Schliche kommen würde.
Das ist vollkommen unabhängig davon, welche charakterlichen Schwächen der Verfolgte hat.
Bestenfalls wird es Dir irgendwann langweilig.
LG vom Rostkopp
Mir fällt dazu nur ein:
Der Lauscher an der Wand,
hört seine eigene Schand.
Ich wünsche Dir, dass Du da heile rauskommst und ihn loslassen kannst.
Ich danke euch für eure offenen, kritischen Worte. Sie haben auch dazu beigetragen, dass ich eine Lösung herbeiführen konnte.
Ich wusste ja, dass es nicht recht ist, was ich da treibe und gut für mich schon gar nicht. Aber manchmal verrennt man sich und es dauert seine Zeit, bis man wieder durchblickt.
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